26. September 2012

A wie Abendschule | An Evening Class


Dieses Jahr jährt sich der Untergang des Luxusliners "Titanic" zum hundertsten Mal. Ich werde nie das in den Abendnachrichten übertragene, spektakuläre Bild des Kronleuchters vergessen, aus dem eine Seefeder wuchs, das eine Kamera des Tauchboots von Robert D. Ballard eingefangen hatte - niemand hatte es für möglich gehalten, dass etwas so Kostbares den Sturz des Ozeandampfers hinab in die Tiefe von 3800 Metern überlebt hatte. Heute wissen wir, dass weitaus mehr als nur etwas blinkendes Messing und glitzernde Perlen die Zeit überdauert haben: da finden sich noch komplette Wandtäfelungen aus Mahagoni an ihrem Platz, und durch filigrane Buntglasfenster schimmert das Licht der Tauchroboter. Wer auch immer da unten lebt, er lebt nicht schlecht - wenn es auch bestimmt in der ewigen Finsternis Pflichten gibt, wie für die obige Fisch-Schule, die ihren Unterricht in einem der zahlreichen, einstmals so eleganten Räume des legendären Dampfers absolviert.

This year is the centenary of the sinking of Titanic, the legendary luxury liner. I will never forget the picture that was broadcasted all over the world which showed one of the chandeliers from the first class entrance, having a sea fern growing on it, being captured by the camera of the submersible from Robert D. Ballard. It seemed like Titanic still had some of its splendor and bling bling after all those years down on the seabed. Nobody would have believed that something like this was still down there. Today, we know of carved mahogany paneling still mounted onto the walls of the grand reception room, of stained glass windows showing glittering patterns when being illuminated by the lights of a diving robot. Whoever lives down there resides still in glamour. Like this evening school for young fish shown here. They are taught in one of the many rooms that once were filled with the light of diamonds and pearls and shimmering glass and silver and that now lies in eternal darkness.

18. September 2012

Was wird aus der alten Brauerei? | What becomes of the old brewery?








... kaum zu glauben, aber hinter diesem nüchternen Bau versteckt sich offenbar ein 200 Jahre altes Gebäude.


In mehreren Etappen um- und ausgebaut wurde nicht nur die untenstehende Victoria-Versicherung, sondern auch die alte Brauerei an der Stromstraße in Moabit. Bereits 1826-27 wurden hier erste Brauerei-Gebäude errichtet, die nicht zuletzt durch Besitzerwechsel (zuletzt gehörte es der Schultheiss-Brauerei) immer stärker erweitert wurden. Architekt Friedrich Koch wählte einen Burgenstil, der sich mit seinen Schiefer-gedeckten Turmhelmen ein wenig an französischen Schlössern orientiert. Zur Zeit bahnt sich der Umbau des Geländes zum Shoppingcenter an. Dieser soll nach abgeänderten Plänen viel von der historischen Bausubstanz erhalten - unter anderem ein im Kern 200 Jahre altes Pförtnerhäuschen, das zur Urbebauung des um 1819 noch "Kämmereiheide" bezeichneten Areals gehört. Um diese Zeit erwarb der Gärtner und Ackerbürger Joachim Friedrich Matthes das Gelände und baute sich an der Einmündung zur Turmstraße ein Haus, das später in das Brauereigelände mit einbezogen und zum Pförtner- und Wohnhaus zur Brauerei wurde.

Not only the Victoria Insurance building mentioned below, but also the huge area of the old brewery in Berlin-Moabit has been transformed in different stages to its present sight at the Stromstraße. The origins of the vast block go back as far as1826-27, when the first brewery company building was erected here, and since then, it has been gone through many changes that transformed it more and more to a medieval castle, citing french palaces especially in its turrets. It is a major issue of the borough Moabit now what becomes of the complex. It will be transformed into a shopping mall from fall 2012 on. As much of the historic facades and substance as possible will be integrated - after alternating the plans, even a 200-year-old gatehouse.

15. September 2012

Ein Palast für Victoria | A Palace for Victoria









Ein äußerst prachtvolles Hauptgebäude ließ sich die Victoria-Versicherung in den Jahren 1895-1913 in verschiedenen Etappen in der Lindenstraße in Kreuzberg bauen. Ausgestattet war es mit allen Schikanen seiner Zeit: Interne Poststelle, eine astronomische Uhr (deren nicht mehr funktionstüchtige Überreste man heute noch im mit rotem Sandstein ausgestatteten Innenhof sehen kann), ein Kasino für die unverheirateten Angestellten (die dort Mahlzeiten einnehmen konnten, da man damals noch dachte, Männer kochen nicht für sich allein), Zentralheizung, elektrisches Licht und Aufzüge sowie eine Registratur, in der die Namen der Versicherten aufgeführt waren (23 Millionen!). Der Aufsichtsratsvorsitzende Otto Gerstenberg bewahrte in dem Gebäude einen Teil seiner privaten Kunstsammlung auf. Leider wurde sie im zweiten Weltkrieg ein Raub der Flammen. Man sieht dem Gebäude auch heute noch an, wie stark es gebrannt haben muss. Das macht allerdings auch einen Teil seines Charmes aus, der irgendwo zwischen barocken Schloss und Filmkulisse für einen Gruselfilm changiert. Ich finde das Haus faszinierend. Etwas weiter oben an der Straße stehen noch weitere Reste alter Verwaltungsgebäude aus der gleichen Zeit.

A highly ornate and impressive neo-baroque building was erected as the head office of the Victoria Insurance Company in the Lindenstraße in Berlin-Kreuzberg in the years 1895-1913. It was equipped with state-of-the-art innovations of that time as electric lighting and elevators, central heating, an astronomic clock (which can still be seen - although not intact anymore - in the courtyard erected in red limestone), a casino for single clerks (which could have a meal there - peolpe were thinking that guys living alone are not able to cook these days), and a registration for all customers (23 million!). Chairman Otto Gerstenberg used to keep a part of his private art collection here, which fell victim to the fire, as the whole building did, in World War II. You still can see how hard the burning has been on the building in its broken shapes, especially the windows. The whole place has an aura that is somewhere between a baroque palace and the backdrop for a creepy movie. I find it fascinating. Down the street there are the remains of some other old office buildings of that period.

13. September 2012

Illustration bei freistil online | Illustration at freistil online






Eine meiner in Sepiatönen angelegten Illustrationen aus dem "Dschungelbuch" von Rudyard Kipling (bei DTV Junior Klassiker erschienen) ist bei freistil-online zu sehen. Sie bewirbt die Ausstellung "Buch und Bilderbuch" in der Akademie für Illustration und Design, Berlin.
Oben sind ein paar weitere der Innenillustrationen und das Cover zu sehen. Die Idee für die Farbigkeit (alle Illustrationen sind Aquarelle) ergab sich zum einen aus der tradierten Farbigkeit des Ursprungslandes der Geschichten (Indien) und zum anderen, um dem Alter des Stoffes (1890er Jahre) ein wenig gerecht zu werden.

One of my sepia brown illustrations for "The Jungle Book" by Rudyard Kipling (published by DTV Junior Klassiker) is shown at freistil-online, to promote the exhibition "Book and Picture Book" in the Academy for Illustration and Design at Berlin.
You can see some more of them and the cover of the book above. The idea of using sepia colors came from the origins of the stories (India) on the one and the age of the material (1890ies) on the other hand.

12. September 2012

Illustration für das Wandler-Magazin #5 | Illustration for Wandler-Magazine #5


Das Wandler-Magazin wird von Künstler zu Künstler weitergereicht und mit Unikaten versehen - später liegt es dann an Orten des öffentlichen Lebens aus, wie Galerien und einer speziellen Ausstellung zum Magazin selbst. Hier ist mein Beitrag zum übergreifenden Thema "Vierléfanz". Tja, das passiert dann eben, wenn man am Vorabend eine BBC-Produktion über Fischsaurier gesehen hat...

The Wandler-Mag is passed on from artist to artist. Later is is displayed at different locations, like galleries and other urban places, and an special exhibition for it. Here´s my submission to the general topic "Vierléfanz". And that´s what happens if you saw a BBC-production about prehistoric fish the night before...

11. September 2012

Schöne Bücher vom Flohmarkt | Beauties from the Flea Market



Diese beiden schönen Bücher habe ich am Wochenende auf dem Flohmarkt erstanden. Das obige zeigt ein Titelbild von Karl Gröning Jr. und Gisela Pferdmenges, die das Erscheinungsbild der rororo-Cover über viele Jahre prägten. Heute sind die Cover Sammlerstücke - verständlicherweise!
Das Buch "Wer reist mit?" darunter ist ein Kinderbuch von Annedore Leber aus dem einstigen West-Berlin (1952 in Berlin im Mosaik-Verlag GmbH gedruckt, im alten Westen, nicht der DDR-Mosaik-Verlag). Hier geht es um eine Reise um die ganze Welt, und dem Buch liegt die ganz zuunterst abgebildete schöne Weltkarte bei, die von Ita Maximowna, einer sehr bekannten Berliner Grafikerin (und Bühnenbildnerin) illustriert wurde. Ein Genuss für´s Auge!
I found these two on the flea market on sunday. The one above shows a cover by Karl Gröning jr. and Gisela Pferdmenges, who both formed the image of the rororo-paperbacks of the 1950ies. Today, their covers are sought-after collector´s items. Not really a surprise, huh?
The next two pictures show the cover and the inlay-world-map of a children´s book titled "Who´s traveling with us?" by Annedore Leber, published in Western-Germany in 1952 and illustrated by illustrator and stage designer Ita Maximowna. Eye candy!

9. September 2012

Bilder-Ensemble | Pictures on the Wall


Ein Arrangement von mir sehr geschätzten KünstlerInnen: Links eine Arbeit von Thomas Behling, rechts oben ein Schuh von Katja Spitzer, und darunter ein Bild von einer lieben Freundin von mir, Annette Rücker.

A arrangement of art from some artists I really appreciate: On the left, a piece of work by Thomas Behling, on the upper right a shoe by Katja Spitzer, and on the lower right a work from a dear friend of mine, Annette Rücker.

7. September 2012

Gut aussehen in der Küche | Looking good in the Kitchen


In unserem Atelier petit 4 am Prenzlauer Berg gibt es eine schöne Tradition: Jede/r Künstler/in muss ein Küchenbild für unsere Atelierküche zeichnen. Der obige Schönling stammt aus meiner Feder. Damit wäre bewiesen: Gute Ernährung (viel Gemüse!) macht schön.

In our studio petit 4 at Prenzlauer Berg we got a nice tradition: Every artist has to make a picture for the kitchen. The guy above is from me. So here´s the evidence: Taking care of one´s food habits helps keeping up health and inner (and outer) beauty!

4. September 2012

IO-Skizzenbuch Thema: Heimat | IO-Sketchbook Topic: Home


Dies ist mein Beitrag zur Skizzenbuch-Aktion mit dem Thema "Heimat" der Illustratoren Organisation. Der Schriftzug bedeutet: "Heimat trägt man immer im Herzen". Es mag ein wenig kitschig klingen, ist aber wahr, denke ich: Denn wo man auch ist, das einzige, in dem man sich immer zuhause fühlen kann, ist im Zweifelsfall man selbst mit seinen inneren Erfahrungen und Werten. Was mir vor allem dieses Gefühl gibt, ist Architektur an einem Ort, an dem ich schon mal gelebt habe. Wenn mir ein bestimmtes Gebäude begegnet, das ich schon lange kenne und immer gemocht habe, fühle ich mich sehr schnell zuhause.

This is my submission to the sketchbook campaign with the topic "home" by the Illustratoren Organisation. The line says "you always carry home in your heart". I know, it may sound a bit cheesy, but I think it´s true in a way: Either I remember certain kinds of architecture from places where I used to live or if I see some of the buildings that I am accustomed to again - it soon gives me a feeling of "home". 

3. September 2012

Die Lange Nacht der Illustration 2012 | Long Night of Illustration 2012













Hier ein paar Bilder von der "Langen Nacht der Illustration", die am 31. August in ganz Berlin stattfand. Auch unser Atelier petit 4 in der Kopenhagener Straße am Prenzlauer Berg hatte geöffnet. Auf den Bildern sieht man uns noch recht entspannt vor dem großen Ansturm, der dann folgte. Es wurde gegrillt, gelacht, getrunken, gegessen, geschaut, gelesen und viel miteinander geplaudert - ein wundervoller Abend, eine tolle Veranstaltung war´s!

Some pictures from the "Long Night of Illustration" which happened throughout whole Berlin on the 31st of August. Our studio petit 4 also opened it´s doors, and although the pictures might spread a peaceful atmosphere, it was packed just half an hour later (I hope I get some pictures of that, too). It was really, really wonderful, thanks to all participants and guests!