25. März 2014

Alte Kaufhäuser II / Department Stores from the Past II


Ein weiteres Kaufhaus, dass ich einmal gemalt habe! Neulich ging es um ein Gebäude von Otto Engler (der, wie ich mittlerweile herausfand, ein profilierter Warenhaus-Architekt war), diesmal ist es eins, das von einem Hagener Bauunternehmen entworfen wurde. Und zwar in bemerkenswerter Qualität, da viel klarer im Stil: Das Kaufhaus Hermann Kornblum wurde 1888 gegründet und expandierte ziemlich schnell. Bald schon hatten die Gründer mehrere Häuser an der Frankfurter Straße gegenüber der Johanniskirche in Beschlag genommen (das Umwandeln bereits bestehender, gewöhnlicher Wohnhäuser, die zu mehreren zu einem großen Kaufhaus zusammengezogen wurden, bevor man einen eigenen Bau errichtete, war ein häufiges Phänomen - siehe das Kaufhaus Hertzog in Berlin). Es wurde ein Neubau fällig, und um 1902 errichtete die örtliche Baufirma Lösse & Platte einen schönen Neubau in Sandstein. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde es teilweise wiederaufgebaut und erweitert. Irgendwann verschwand die Jugendstil-Fassade hinter einer Lamellenverkleidung aus Aluminium. Als eines Tages die Verkleidung abgenommen wurde, traute ich meinen Augen kaum, dass dahinter drei der ehemaligen Fensterachsen des alten Kaufhauses zum Vorschein kamen. Ich stürzte mich in die Recherche und fand alte Fotos, nach denen ich diese Ansicht (ebenfalls wieder mit 19, 20 Jahren) gemalt habe. Das Kaufhaus wurde renoviert und ist heute wieder, trotz wechselnder Nutzung und schwieriger Lage am Rand der Innenstadt, schön anzusehen. Es hat immer noch einen grandiosen Lichthof, soweit ich weiß.

Another old department store from my hometown that I painted! Recently I was posting about a building by prolific warehouse-architect Otto Engler, this time it´s a building by a local construction company from the 1900´s which came up with an own, remarkably well-designed facade: The Hermann Kornblum department store in Hagen was inaugurated 1888, and expanded rapidly until a new store building was necessary. In 1902 the building firm Lösse & Platte erected this huge store front in limestone, one of the best art nouveau-warehouse facades I´ve seen so far in my former home area, I´d say. As time went by, the building was destroyed, rebuilt and finally disappeared behind an aluminium cladding so typical for the "refreshment ideas" for old buildings from the 1960ies and 1970ies. When the cladding was removed and three of the old axises appeared again, I couldn´t believe my eyes that something like that was still existent in my hometown. I immediately started research and painted this picture from the store using old photographs as a reference, I was about 19 or 20. The building got renovated and today is again a jewel of the city center despite it´s difficult site at the outskirt of it. As far as I know, it still retains an impressive atrium.

22. März 2014

Alte Kaufhäuser I / Department Stores from the Past I


Ich bin fasziniert von alten Kaufhäusern und ihrer Architektur. Hoffentlich sagt das jetzt nichts Schlechtes über meine Einstellung zu Konsum aus... aber es ist wirklich die Architektur an sich, die mich dabei interessiert. Alfred Messel hatte ab 1898 mit seinen Entwürfen für das Kaufhaus Wertheim neue Massstäbe in der Architektur gesetzt, vor allem für die seinerzeit aus dem Boden sprießenden, vornehmlich von Juden ins Leben gerufenen mondänen Kaufhäuser (sie wurden während der Nazi-Zeit alle enteignet, deswegen haben viele auch heute noch existierende Kaufhaus-Bauten eine traurige Geschichte). 
Messels Wertheim-Bau an der Leipziger Straße in Berlin erregte Deutschlandweit aufsehen unter den Architekten, und wo jemand mit dem Bau eines neuen Kaufhauses beauftragt wurde (was nicht selten geschah), wurden seine Entwürfe kopiert, abgewandelt, zitiert. So auch in der kleinen, aufstrebenden Industriestadt Hagen, in der ich geboren und aufgewachsen bin. Dort ließen die beiden Geschäftshäuser Cordes und Sinn gemeinsam vom Architekten Otto Engler aus Düsseldorf um 1902 ein Gebäude mit deutlichen Jugendstil-Einflüssen errichten. Die durch lange Pilaster gegliederte Fassade - "Pfeilerarchitektur", durch Messel inspiriert - gab viel Platz für Schaufenster frei und war in Sandstein ausgeführt. Ich selbst habe dieses Gebäude nie gesehen, nur seinen (jetzt abgerissenen) Nachfolge-Bau aus den fünfziger Jahren (der auch ganz schön war), denn es wurde im zweiten Weltkrieg zerstört. Von alten Fotos habe ich vor langer Zeit (ich muss 19, 20 Jahre alt gewesen sein) diese Ansicht gemalt.

I am fascinated by old department stores. I hope that doesn´t make me a thriftlessly consumer... but it´s really the history of architecture that´s interesting me. Alfred Messel made a huge impression with his designs for the Wertheim department store in Berlin from 1898 on. Huge department stores where an issue these days, and Messel´s building was so innovative and impressive, that most newly erected warehouses cited it´s architecture in more than one way. By the way, in case you didn´t know already: Most big stores of that time where jewish, but disseized during the nazi era. So many buildings of that time that survived WW II carry a very sad story, don´t forget.
In the small industrial town of Hagen (where I have been born and raised), two companies collaborated to build the store shown above (a watercolor I did years ago, I must have been 19 or 20 years old). It´s architect Otto Engler drew inspiration from Messel, too. The pilastered facade gives room for huge windows, as the Wertheim-building did, enabling to show amounts of available goods. You see: The fact that I didn´t draw any signs of them, and instead concentrated on the reflection on the window glass, might tell that I already had a critical opinion of consumption. I hope so!

11. März 2014

Anatomiestudien für eine Sympathiefigur / Anatomy of a Character


Ein paar Anatomiestudien, die ich für eine Sympathiefigur gemacht habe. Später mehr dazu.

Some anatomy studies I did for a mascot. More on that soon.

7. März 2014

Tierische Seiltänzer / Animal Aerialists


Berlin will Seile zwischen Bäumen, die zu weit entfernt sind, über Straßen spannen, damit Eichhörnchen passieren können. Richtig so!

Berlin plans to span ropes from trees to trees that are too much apart and stand alongside heavy traffic streets. Righty right!