22. März 2014

Alte Kaufhäuser I / Department Stores from the Past I


Ich bin fasziniert von alten Kaufhäusern und ihrer Architektur. Hoffentlich sagt das jetzt nichts Schlechtes über meine Einstellung zu Konsum aus... aber es ist wirklich die Architektur an sich, die mich dabei interessiert. Alfred Messel hatte ab 1898 mit seinen Entwürfen für das Kaufhaus Wertheim neue Massstäbe in der Architektur gesetzt, vor allem für die seinerzeit aus dem Boden sprießenden, vornehmlich von Juden ins Leben gerufenen mondänen Kaufhäuser (sie wurden während der Nazi-Zeit alle enteignet, deswegen haben viele auch heute noch existierende Kaufhaus-Bauten eine traurige Geschichte). 
Messels Wertheim-Bau an der Leipziger Straße in Berlin erregte Deutschlandweit aufsehen unter den Architekten, und wo jemand mit dem Bau eines neuen Kaufhauses beauftragt wurde (was nicht selten geschah), wurden seine Entwürfe kopiert, abgewandelt, zitiert. So auch in der kleinen, aufstrebenden Industriestadt Hagen, in der ich geboren und aufgewachsen bin. Dort ließen die beiden Geschäftshäuser Cordes und Sinn gemeinsam vom Architekten Otto Engler aus Düsseldorf um 1902 ein Gebäude mit deutlichen Jugendstil-Einflüssen errichten. Die durch lange Pilaster gegliederte Fassade - "Pfeilerarchitektur", durch Messel inspiriert - gab viel Platz für Schaufenster frei und war in Sandstein ausgeführt. Ich selbst habe dieses Gebäude nie gesehen, nur seinen (jetzt abgerissenen) Nachfolge-Bau aus den fünfziger Jahren (der auch ganz schön war), denn es wurde im zweiten Weltkrieg zerstört. Von alten Fotos habe ich vor langer Zeit (ich muss 19, 20 Jahre alt gewesen sein) diese Ansicht gemalt.

I am fascinated by old department stores. I hope that doesn´t make me a thriftlessly consumer... but it´s really the history of architecture that´s interesting me. Alfred Messel made a huge impression with his designs for the Wertheim department store in Berlin from 1898 on. Huge department stores where an issue these days, and Messel´s building was so innovative and impressive, that most newly erected warehouses cited it´s architecture in more than one way. By the way, in case you didn´t know already: Most big stores of that time where jewish, but disseized during the nazi era. So many buildings of that time that survived WW II carry a very sad story, don´t forget.
In the small industrial town of Hagen (where I have been born and raised), two companies collaborated to build the store shown above (a watercolor I did years ago, I must have been 19 or 20 years old). It´s architect Otto Engler drew inspiration from Messel, too. The pilastered facade gives room for huge windows, as the Wertheim-building did, enabling to show amounts of available goods. You see: The fact that I didn´t draw any signs of them, and instead concentrated on the reflection on the window glass, might tell that I already had a critical opinion of consumption. I hope so!