30. März 2016

An Bord / On Board Ship


Ich hatte Lust, mal eine Seite aus einer Comic-Kurzgeschichte zu posten, an der ich gerade arbeite. Nun ... hier ist sie!

Felt like posting a whole page of a comic short story I am working on.

18. März 2016

"Die schlafenden Bäume" von Ernst Kreidolf "The Sleeping Trees" by Ernst Kreidolf


Vorsatzpapier.
Book End Paper.


Schmutztitel. 
Half-Title. 


Widmung.
Dedication.


Seiten 12 und 13.
Pages 12 and 13.


Seiten 14 und 15. 
Pages 14 and 15.
 

Vignette.


Cover.

"Die schlafenden Bäume" ist ein Kinderbuch des Schweizer Grafikers und Illustrators Ernst Kreidolf (1863-1956), der unter den Illustratoren seiner Zeit für mich heraussticht. Typisch für seine Zeit, verarbeitet er in seinen Kinderbüchern die Flora und Fauna, personifiziert und "belebt" ganz im Sinne der Romantik: Schmetterlinge sind prachtvolle Lebewesen, die ihre schmückenden Flügel stolz und pittoresk tragen und zusammen mit anderen Tieren - Kornähren-Damen und Käfer-Kindern und so vielen Mitgliedern der Feld-, Wald- und Wiesengesellschaft mehr - liebevolle und naturverbundene Geschichten erleben. Aber wie diese Geschichten illustriert sind! 
Bei "Die schlafenden Bäume" zeigt schon das Vorsatzpapier (ganz oben abgebildet), dass Kreidolf sowohl grafisch als auch figürlich außerordentlich geschickt war, und ganz in seinem eigenen Duktus stilisiert. Die Vignette mit der Widmung haut mich schlichtweg immer wiede rumn - diese typische Anmutung des Hirsches, auf das Wichtigste reduziert und trotzdem sehr anmutig gezeichnet. 
Viele von Kreidolfs Büchern sind im Schafstein-Verlag (später Schaffstein) erschienen, in der Schweiz beim Rotapfel-Verlag.
Mich beeindrucken die Bilder sehr, und gerade "Die schlafenden Bäume" erinnert mich an die "Willie Wee Winkie´s World"-Comics (zusammen mit den "Kin-Der-Kids"-Comics erschienen) von Lyonel Feininger, in dem der kleine Willie in seiner Umgebung die zu Figuren verwandelten alltäglichen Dinge wie Bäume, Windmühlen und Berg- und Wolkenformationen beobachtet und sie in Aktion sieht. So wie in Feiningers Comics, fügt auch bei "Die schlafenden Bäume" die Drucktechnik der Zeit dem Produkt unendlich Charme hinzu: Da wird das Unwetter, dem sich die Bäume ausgesetzt sehen, zum nächtlich-diffusen, tropfigen Farben-Regen, der die Äste aufpeitscht. Ein ästhetischer Hochgenuss.
Das Buch stammt aus meiner Familie und ich glaube, es ist über meinen Urgroßvater Emil Lohse zu uns gekommen, der in Dresden lebte - wo Kreidolf sich auch zeitweise aufgehalten hat.

"Die schlafenden Bäume" ("The Sleeping Trees") by Ernst Kreidolf (1863-1956), a swiss pinter and illustrator, is one of my favorite books in our family. I love its lavish yet somehow graphic art nouveau-style, already the book end paper shows how skilful Kreidolf was in combining stylized forms and patterns and detailed depiction of natural environment. Kreidolf was known for his children´s books with fairy tales full of butteflies showing off their fancyful wings and grain spike girls wearing their straw gowns, skeeter kids playing around - "The Sleeping Trees" tells of trees facing a midnight storm. A visiually stunning and beautiful, also a little bit haunting story, typical for the era. It remninds me a bit of what Lyonel Feininger had in mind with ’Wee Willie Winkie’s World’. And just look at the stag in the dedication!
I think this book came into my family through my great-grandfather Emil Lohse, also an illustrator and silhouettes cutter, who lived in Dresden, where Kreidolf lived for a time, too.

10. März 2016

Ein klingender Gast / A Melodious Guest










In unser Haus hat sich ein neuer klingender Gast eingefunden: Ein Harmonium der Firma Trayser aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit waren Harmoniums sehr weit verbreitet, und wurden in Deutschland manchmal auch nach französischer Bauart hergestellt - an dem Land orientiert, in dem das Harmonium erfunden wurde. Trayser hatte in Frankreich gelernt und seine Kenntnisse mit nach Deutschland genommen - deshalb ist fast alles an diesem Instrument wie seine französischen Pendants: selbst die Technik, die Oberfläche der Messinggriffe auf eine bestimmte Art zu behandeln, ist dieselbe. Aber vor allem klanglich ist die Nachbildung der Bauweise reizvoll. Denn die französische Druckwindtechnik, die im Gegensatz zur Saugwindtechnik der meisten deutschen Harmoniums steht, ermöglicht einen einzigartigen Klang, der den Spieler vor die Herausforderung stellt, mit "Expression" zu spielen: Eine bestimmte Spieltechnik beim Treten der Pedale bringt ein ganz besonders feines An- und Abschwellen der Töne hervor, wie es bei der Orgel, der "großen Schwester" des Harmoniums, so nicht möglich ist - abgesehen davon, dass wie bei allen Harmoniums mit dem Knieschweller (eine Lade, die man beim Spielen mit dem Knie zur Seite drückt) noch zusätzlich laut und leise gespielt werden kann. Insgesamt ist es wegen dieser das Klangspektrum erweiternden Möglichkeiten für den Harmonisten also besonders reizvoll, ein Instrument nach französischer Bauart zu spielen.
Wir fanden dieses Instrument in einer Scheune nahe Wittenberg, und obwohl einiges dran zu tun ist - der Balg ist, wie nach so langer Zeit üblich, beschädigt und auch der Holzwurm ist drin - haben wir uns sofort in das schöne Stück verliebt und gehen nun in die Planung der sorgfältigen Instandsetzung. Immer wieder ist es ein Abenteuer, solch schöne Dinge zu entdecken und aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken!

A new tuneful guest has made inroads into our home: a reed organ built by Trayser, a pioneer who brought the elaborate technique of the french pressure system for reed organs to Germany. Because he put the complete knowledge he garned in France into the branch and (likewise) because german customers should not only take the inside, but also the outside of the instrument as an alternative for the wide-spread vacuum-system organs of that period, almost everything on this instrument is like it´s french original: Even the way the brass handles are done reminds very much of the french manufacture. But most of all, it´s the sound style of this instrument that is so zestfully for the organ player: It enables to play with "Expression" a certain playing technique that demands skills in using the pedal of the organ, going along with the sill that is played with the knee. That enriches the sound and opens more and beautifully distinctive ways to the playing. On top, the overall sound itself is rich and very smooth.
We found this beauty in a barn on the countryside near Wittenberg, and although there are many things to to - the bellows are damaged and the wood worm has to be fought off - we instantly fell for this one and are now planning the restoration. It is always an adventure to discover such things and rouse them from a sleeping beauty slumber!

2. März 2016

Handschriftliche Typographie / Handwritten Typography


Für meine Bücher liebe ich es, die Schrift auf dem Cover selbst zu zeichnen. Hier ein paar Ausschnitte aus aktuellen Projekten. Die drei verschiedenen Versionen der Titel-Typo zu meinem Kinderbuch "Othello & Giovanni", das im Herbst erscheint, dienten mir herauszufinden, welche Variante gut zum Cover passt. Ich zeichne hier die Outlines und arbeite sie oft in verschiedenen Farben aus, bis ich die richtige gefunden habe - in diesem Fall fand sich schnell ein etwas gedecktes Blaugrün, das insgesamt zur Farbigkeit des Covers gut stehen wird. 
In der Ecke unten rechts kann man Buchcover-Typo und (ganz rechts) einen Ausschnitt aus der Schrift für den Buchrücken eines anderen Projektes sehen, an dem ich gerade arbeite.

I love to write by hand, and I love to do the fonts for my books by handwriting. Here are some impressions of projects where I´ve recently done all the typography for: The three different kinds of typo for my upcoming children´s book "Othello & Giovanni" (a fall 2016 release) served me to find out which one would fit best for the cover. I am doing the outlines first and then trying different colors until I find the best match for the overall cover style - in this case, a cyan hue was soon found which will go nicely with the rest of the cover.
The lower right part shows title typography and handwriting for the spine (on the very right) of another children´s book I´m working on.